Du stehst an der Kasse, der Bon kommt raus, und dir fällt ein, dass du den Stromvertrag kündigen wolltest. Frist: irgendwann nächsten Monat. Handy raus, WhatsApp auf, Nachricht an dich selbst: Strom kündigen. Abgehakt, denkst du.
Zwei Wochen später scrollst du an genau dieser Nachricht vorbei. Sie steht zwischen einem Foto vom Grillabend und einem Link zu einer Bohrmaschine. Du liest sie, du erinnerst dich, du scrollst weiter. Die Frist ist trotzdem noch da.
Kurz gesagt: Seit dem 22. September läuft Vyneron in WhatsApp. Du schreibst dem Bot wie einem Kontakt, er legt daraus eine Aufgabe mit Datum und Erinnerung an. Dieselbe Aufgabe steht danach auch in der Web-App, in Telegram und in Slack. WhatsApp verarbeitet dabei ausschließlich Text: Sprachnachrichten und Fotos gehören nach Telegram oder in die Web-App.
Der Chat mit dir selbst ist ein Notizzettel, kein Kalender
Das Problem an der Selbst-Nachricht ist nicht, dass du sie vergisst. Du schreibst sie ja genau deshalb. Das Problem ist, dass der Chat nichts mit ihr macht. Er legt sie oben ab, und ab da konkurriert dein Stromvertrag mit allem anderen, was an diesem Tag hereinkommt. Kein Datum, keine Erinnerung, keine Liste, in der sie am Montag wieder auftaucht.
Wenn du im Deutschen nach einer Lösung suchst, landest du fast nur bei Firmen-Anleitungen: wie du einen WhatsApp-Bot für deinen Kundenservice baust, in sechs Schritten, mit Baukasten. Für den Fall, dass du einfach nur deine eigenen Sachen im Griff haben willst, ist erstaunlich wenig dabei. Any.do bietet über einen KI-Assistenten Aufgaben und Erinnerungen in WhatsApp an, ansonsten wird es dünn.
Was passiert, wenn du dem Bot schreibst
Du schickst an +90 542 187 88 10 eine Nachricht wie Stromvertrag bis 15. Oktober kündigen. Zurück kommt keine Menüführung, sondern eine angelegte Aufgabe mit Termin. Am 15. Oktober meldet sich der Chat von selbst, mit drei Knöpfen darunter: Erledigt, +2 Std., +1 Tag. Einmal antippen, fertig. Kein Öffnen, kein Suchen, keine getippte Antwort.
Wenn der Bot eine Rückfrage hat, etwa weil mehrere Aufgaben zum Suchbegriff passen, bekommst du bis zu drei Optionen als Knöpfe. Bei mehr als drei wird daraus eine Auswahlliste. Das ist kein Design-Detail, sondern der Unterschied zwischen "kurz antworten" und "erst den Verlauf nach der richtigen Zeile absuchen".
Meldet sich Vyneron später als 24 Stunden nach deiner letzten Nachricht, verlangt WhatsApp dafür eine von Meta geprüfte Vorlage. Die haben wir in sechs Sprachen freigeben lassen, Deutsch inklusive. Dein Erinnerungstext kommt also auf Deutsch an und nicht auf Englisch, nur weil das System gerade außerhalb des Zeitfensters lag.
Was in WhatsApp geht und was nicht
| Telegram oder Web-App | ||
|---|---|---|
| Aufgabe per Text anlegen | Ja | Ja |
| Notizen, Routinen, Suche | Ja | Ja |
| Erinnerung mit Erledigt- und Verschieben-Knöpfen | Ja | Ja |
| Sprachnachricht diktieren | Nein | Ja |
| Foto oder Dokument hochladen | Nein | Ja |
Diese zweite Spalte ist der Teil, den ich nicht schönreden will. Schickst du dem Bot in WhatsApp eine Sprachnachricht, ein Foto, ein PDF oder ein Video, antwortet er mit einem kurzen Hinweis, dass er dort nur Text lesen kann, und verweist dich auf die Web-App oder auf Telegram. Diesen Hinweis bekommst du höchstens einmal pro Tag, damit er nicht zum Störgeräusch wird. Das ist der heutige Stand, kein Versprechen für später.
Dafür sitzt hinter allen drei Kanälen dieselbe Maschine. Eine Aufgabe, die du morgens in WhatsApp tippst, findest du mittags in der Web-App und abends in Telegram wieder. Wer beruflich ohnehin im Team-Chat hängt, kann denselben Bestand auch über Slack bedienen.
Was der Bot eigentlich mitliest
Die Frage kommt hierzulande zu Recht als Erstes. Ehrliche Antwort: der Bot liest die Nachrichten, die du ihm schickst, weil er sonst nicht wüsste, welche Aufgabe er anlegen soll. Er liest keine anderen Chats, er hat keinen Zugriff darauf, und WhatsApp gibt ihm auch keinen.
Deine Telefonnummer taucht in unseren Protokollen nur mit den letzten vier Ziffern auf, der Rest ist maskiert. Wer bei uns eine Fehlermeldung debuggt, sieht also, dass dort eine Nummer beteiligt war, aber nicht welche.
Beim Thema KI hast du zusätzlich die Wahl: Nach den ersten sieben Tagen kannst du deinen eigenen API-Schlüssel hinterlegen und läufst über deinen eigenen Anbieter-Account, ohne Provision von uns.
Verbinden dauert eine Minute
In der Web-App gehst du auf Einstellungen → Integrationen → WhatsApp. Dort hast du drei Wege: den Knopf "WhatsApp öffnen", der den Chat direkt startet, einen QR-Code fürs Handy, oder du speicherst die Nummer manuell und schickst den angezeigten Code LINK-XXXX als erste Nachricht. Der Code ist zehn Minuten gültig, danach holst du dir einfach einen neuen.
Wenn du gerade erst anfängst, fragt dich das Onboarding ohnehin, welchen Kanal du verbinden willst, Telegram oder WhatsApp. Und weil es immer wieder gefragt wird: WhatsApp hängt an keinem Tarif. Der Kanal ist im kostenlosen Zugang offen, zusammen mit unbegrenzten Aufgaben, Notizen und Routinen.
Häufige Fragen
Muss ich eine App installieren?
Nein. Du schreibst einer Nummer in WhatsApp, mehr nicht. Die Web-App brauchst du einmal zum Verbinden, danach kannst du sie tagelang zulassen. Das war von Anfang an der Punkt: Der Chat, in dem du sowieso bist, soll die Aufgabe entgegennehmen.
Kann ich dem Bot eine Sprachnachricht schicken?
In WhatsApp nicht. Er antwortet dir mit einem Hinweis und verweist auf Telegram oder die Web-App, wo Sprache und Fotos verarbeitet werden. Wenn du viel unterwegs diktierst, ist Telegram für dich der bessere Kanal, WhatsApp ergänzt ihn dann für schnelle getippte Zeilen.
Erreicht mich eine Erinnerung auch nach längerer Pause?
Ja. WhatsApp erlaubt nach 24 Stunden ohne Nachricht nur noch geprüfte Vorlagen, und genau die benutzen wir dafür. Deine Erinnerung kommt also an, auch wenn du dem Bot drei Wochen nicht geschrieben hast, und sie kommt auf Deutsch.
Muss ich mich zwischen WhatsApp und Telegram entscheiden?
Nein, beide dürfen parallel an demselben Konto hängen. Es gibt nur eine Aufgabenliste, egal über welchen Kanal du sie fütterst. Viele nutzen WhatsApp für das, was ihnen privat einfällt, und Telegram für alles, was diktiert oder fotografiert werden muss.
Der Stromvertrag von oben hätte übrigens gereicht: eine Zeile, ein Datum, ein Knopf zwei Wochen später.